Die kleine Chronik von Hiddestorf

Quellen: Überlieferungen, HAZ vom 02.10.2007, Festschrift 1968

980

Erste Erwähnung in einer Urkunde des Klosters Corvey

1490

Zum ersten Mal wird er Name eines Pfarres in Hiddestorf genannt: Dietrich Gakenholz

1519 bis 1523

Während der Hildesheimer Stiftsfede wird Hiddestorf zweimal verwüstet

1625

Durch Plünderung und Brandschatzung  durch Tillys Truppen sinkt die Zahl der Höfe von 43 auf 27

1630

Die Familie von Lathusen stiftet zwei Bronzeleuchter für die Kirche. Sie hängen heute noch im Kirchenschiff

1664

In Hiddestorf leben 352 Einwohner, 68 Männer, 68 Frauen, 28 Kinder bis 14 Jahren, 22 Knechte, 25 Mägde und 8 Junden, Das ergab eine Zählung zur Kopfsteuer

1740

Bau des Pfarrhauses neben der Kirche

10.01.1800

Große Brandkatastrophe in Hiddestorf. 40 Gebäude brennen ab. Ein Knecht hat im Stall geraucht. Soldaten aus Pattensen haben bei der Brandbekämpfung geholfen

1878

Gründung des Männergesangvereins Concordia

02.06.1888

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

1898

Brand der Scheune von Wulkopf

1902

Gründung des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Hiddestorf. Namensänderung in Freiwillige Feuerwehr Hiddestorf-Ohlendorf nach Beitritt von Bürgern aus Ohlendorf

1913

Bau der Grundschule mit 2 Klassenräumen

 

25jähriges Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Hiddestorf-Ohlendorf

1924

Gründung des Sportvereins

1926

Die zwei im Weltkrieg eingeschmolzenen Glocken der Nikolai-Kirche werden ersetzt

1927

Brand der Scheune des Gastwirts Busse

1929

Bau des ersten Feuerwehr-Gerätehauses mit Steigerturm auf dem Thie

1934

Renovierung der Kirche

1936

Die Kreuzsteine werden wieder entdeckt

1943

Infolge eines Flugzeugangriffs im Oktober gerieten die Scheunen von Wulkopf und Burose in Brand. Auch in der Gastwirtschaft Flohr brach ein Feuer aus

1950

Zweite Brand der Scheune des Gastwirts Busse

1957

Südlich des Deveser Holzes legen Wissenschaftler ein Steinkistengrad frei. Untersuchungen der Funde ergeben, dass das Grab rund 2500 Jahre alt ist. Es wird später im Landesmuseum in Hannover ausgestellt

09.04.1958

Genehmigung des neuen Wappen von Hiddestorf. Das Wappen wurde von Alfred Brecht entworfen

1958

Die Nikolai-Kirche bekommt zwei Ersatzglocken für die im Weltkrieg eingeschmolzenen Glocken

1959

Brand des Dachstuhls in der alten Molkerei

1961

Die Scheune von Stefani brennt nieder

1966

Stallbrand bei Schröder (Bürgerholz)

13.02.1972

Einweihung des Gemeindezentrums

1973

Das erste Osterfeuer wird auf dem Feld von H.Ahrendt entzündet

01.07.1973

Gründung der Jungendfeuerwehr

1974

Gebietsreform. Hiddestorf wird Teil der Gemeinde Hemmnigen-Westerfeld

1974

Renovierung der Nikolai-Kirche

22.09.1974

Einweihung der renovierten Nikolai-Kirche

03.12.1978

Einweihung der neuen Orgel

1980

1000-Jahr-Feier

1995

Eröffnung der neuen Grundschule und Gründung des Tanz Sport Club

September
2007

An der Stelle, an der ehemalige Asylbaracken gestanden haben, entsteht ein Schulgarten, der als offenes Klassenzimmer für die Grundschüler dienen soll

2008

Bei der Erschließung des Neubaugebiets am Wiesenweg werden Reste einer 2000 Jahren alten Germanen-Siedlung gefunden

Mai 2012

Die zweite Stufe der Erschließung des Neubaugebiets am Wiesenweg legt  weitere Funde der Germanen-Siedlung frei. Hiddestorf ist mindestens 2000 Jahre alt.

2012

Das Pfarrhaus wird an Familie Fösten verkauft

2013

Sanierung und Umbau des Gemeindezentrums

13.04.2014

Einweihung des sanierten Gemeindezentrums


Wer war “Hiddi”?

 “Tradidit Hiddi pro filio suo Tiadulfo I familiam in Hiddikestorpe et L jugera”.

In der Chronik zur Jahrtausendfeier von Hiddestorf stellte der ehemalige Schulleiter Rudolf Schröder im Mai 1980 fest, Hiddikestorpe sei im Jahre 980 von dem Edelherrn Hiddi an seinen Sohn Tiadulfo in einer Grösse von 50 Joch und mit der diese Ländereien bewirtschaftenden Familie, welche namentlich ungenannt blieb, übergeben worden. Diese Nachricht und auch die Zeitangabe fand der Autor aus den Handschriften des Kreuzbruders Johann von Falkenhagen, welcher im Jahre 1479 eine Abschrift der verschollenen Traditiones Corbeiensis fertigte, in der zeitlich geordnet alle dem Kloster von 822 bis 1037 - ohne Urkunden - übergebenen Güter aufgelistet waren. Rudolf Schröder äusserte die Vermutung, dieser Hiddi gehöre zu dem Geschlecht der Liudolfinger, aus welchem der erste deutsche König, Heinrich der Vogler und die kaiserliche Ottonen  hervorgegangen sind.


Herzog Widukind

Quelle: Wikipedia

Herzog Widukind (Wittekind) ist der erste namentlich bekannte Herzog des Herzogtums Sachsen.
Er ist zugleich Stammvater mehrerer sächsischer Dynastien, so der Ottonen, Welfen, Askanier und der Billunger.

Lebenslauf
743
Geburt

776 Widukind, der wegen seiner Missetaten bereits bekannte, bleibt der Reichsversammlung fern

778 Widukind erfährt von Karls des Großen misslungenen Spanienfeldzug (Rolandslied) und leitet einen Aufstand gegen das Frankenreich

779 Flucht ins dänische Exil

782 Rückkehr und Leitung eines erneuten Aufstandes; der sächsische Adel wendet sich jedoch von Widukind ab; der Aufstand endet in Verden mit der Enthauptung von 4.500 sächsischen Bauernkriegern durch Karl den Großen

bis 784 setzt Widukind den Aufstand gegen die Franken und den sächsischen Adel fort

Weihnachten 785 Taufe, Taufpate ist Karl der Große. Widukinds Sippe und vier weitere adelige Sippen gehen gestärkt aus dem Friedensschluss hervor, da die vormals freien Bauern nun nach fränkischem Recht leibeigen werden

807 vermuteter Tod, bei einer Schlacht gegen die Schwaben; Widukind ist vermutlich in Enger begraben
 

Politisch-historische Bedeutung
Widukind war einer der bedeutendsten Gegenspieler Karls des Großen und zeigte ein bemerkenswertes Geschick. Die Sachsen wählten von Alters her Herzöge nur als Heerführer, der in Friedenszeiten wieder abdanken musste. Widukind erreichte mit seiner Taktik des nahezu permanenten Aufstands, dass er über mehrere Jahrzehnte hinweg als Herzog anerkannt war. Damit gewöhnte er die Sachsen daran, unter einem einheitlichen Regime zu stehen. Zugleich stärkte er die Stellung seiner Familie, aus der mehrere Dynastien sächsischer Herzöge und - nach dem Ende der Karolinger - deutscher Könige und Kaiser hervorgingen. Bemerkenswert ist auch seine Kriegstaktik, die man als eine Art Guerillakrieg bezeichnen kann. Präzise nutzte er jede Abwesenheit Karls aus Deutschland zum Gegenschlag, zog sich aber bei drohender Übermacht der Franken wieder zurück, um an anderer Stelle unerwartet zuzuschlagen. Auf diese Weise konnte er dem erheblich mächtigeren Frankenreich erstaunlich lange standhalten. Nach seiner Taufe fehlte den ungetauften Sachsen der Anführer, gleichwohl hielten sie Widukinds Taktik stellenweise noch über 15 Jahre aufrecht.

Erwähnung im "Lied der Niedersachsen"


Heinrich I. (Ostfrankenreich)
(Weitergeleitet von Heinrich der Vogler)

Quelle: Wikipedia

Heinrich I. (* 876, † 2. Juli 936 in Memleben bei Naumburg an der Saale), auch Heinrich der Vogler genannt, war seit 912 Herzog der Sachsen und von 919 bis 936 König des Ostfrankenreichs, für das sich im Verlauf des
11. Jahrhunderts der Name Reich der Deutschen durchsetzte.

Herzog Heinrich von Sachsen, zu dessen Machtbereich auch Thüringen zählte, soll von König Konrad I. als Nachfolger benannt worden sein und wurde 919 durch die Herzogtümer Franken und Sachsen in Fritzlar zum König des Ostfrankenreichs gewählt. Heinrich I. entstammt der Liudolfingischen Dynastie, einem sächsischen Adelshaus, das sich auf Herzog Widukind, den Gegenspieler Kaiser Karl des Großen zurückführte. Heinrichs Vater war Herzog Otto von Sachsen, der Begründer der ottonischen Dynastie.

Mit politischem Geschick erlangte er die Anerkennung seines Königtums durch die Herzogtümer Schwaben und Bayern, obwohl Herzog Arnulf von Bayern anfangs als gekürter Gegenkönig gegen ihn stand. 925 unterwarf sich auch Giselbert (Herzog von Lothringen von 915 bis 939) der Herrschaft König Heinrichs I., der Lothringen und damit das Rheinland als fünftes Herzogtum in das Ostfrankenreich eingliederte.

Die Vereinigung der deutschen Stämme unter seiner Herrschaft erfolgte auch unter dem Druck der Ungarn. Die deutschen Herzogtümer waren zu dieser Zeit ständigen Raubzügen ungarischer Reiterheere ausgesetzt. Durch die glückliche Gefangennahme eines ungarischen Edlen und Tributleistungen an die Ungarn konnte Heinrich I. 926 einen zehnjährigen Waffenstillstand aushandeln. Die Zeit des Waffenstillstands nutzte er zum Burgenbau, zur Aufrüstung und Erprobung eines starken Heeres mit schwerer Reiterei und zur Festigung seiner Königsmacht durch die Unterwerfung der slawischen Stämme östlich der Elbe 927-29. Noch vor Ablauf des Waffenstillstands besiegte König Heinrich I. die Ungarn 933 in der Schlacht bei Riade an der Unstrut. Dieser Sieg mit einem Heer aus allen deutschen Stämmen konsolidierte den Zusammenhalt des gerade entstehenden Reichs der Deutschen für lange Zeit. Sein Königreich war danach stark genug 934 die Dänen anzugreifen und das Gebiet zwischen Eider und Schlei zu erobern. Als Heinrich I. am 2. Juli 936 in seiner Pfalz Memleben verstarb, waren alle deutschen Stämme in einem Königreich vereint. Deshalb gilt König Heinrich I. heute als der erste deutsche König und Reichsgründer des späteren Heiligen Römischen Reiches (HRR)).

Der Beiname der Vogler geht auf die Legende zurück, er sei beim Vogelfang an einem Vogelherd gewesen, als ihm die Reichsinsignien übergeben wurden.